Gemeinsame Freisprechungs-Feier mit Innung Traunstein

07.08.14
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Landrat Wolfgang Berthaler, Obermeister Ludwig Ziereis, die beiden Staatspreisträger – Christoph Maier aus Übersee und Helmut Schwarzenbeck aus Reichertsheim – sowie Obermeister Josef Pflügl und Landrat Siegfried Walch. Foto: fal

„Mit diesem Beruf stehen Euch viele Wege offen“

Gemeinsame Feier der Innungen Rosenheim und Traunstein: 27 SHK-Anlagenmechaniker freigesprochen – Staatspreise für Maier und Schwarzenbeck

Obing. „Bleibt in Eurem Beruf! Werft bitte die tolle Prüfung nicht weg!“ Mit einem eindringlichen Appell hat sich der Obermeister der Rosenheimer Innung Spengler – Sanitär – Heizungstechnik (SHK-Innung), Ludwig Ziereis aus Prien, an die Anlagenmechaniker und Spengler aus den Innungsbezirken Rosenheim und Traunstein gewandt, denen bei der Freisprechungsfeier beim Obinger „Oberwirt“ die Gesellenbriefe ausgehändigt worden sind. Die Ausbildung eröffne den Gesellen vielfältige Alternativen – ob sie nun auf dem Bau arbeiten, ihren Meister machen oder ins Ingenieurswesen wechseln wollen. 31 Auszubildende waren zu den Prüfungen angetreten, davon haben 27 die praktische und 26 die theoretische bestanden.

Für ihre herausragenden Leistungen bekamen Christoph Maier, der sein Handwerk bei der Weinzierl GmbH in Bernau gelernt hat, und Helmut Schwarzenbeck vom Ausbildungsbetrieb Pflügl GmbH & Co.KG aus Reichertsheim den Bayerischen Staatspreis verliehen. Beide hatten ihre Prüfungen mit einer  1,0 geschafft.

Zum ersten Mal führten die Innungsbezirke Traunstein und Rosenheim, die für die gesamte Planungsregion 18 mit Stadt und Land Rosenheim sowie den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land zuständig sind, die Freisprechungsfeier gemeinsam durch. Die Zahl der Lehrlinge, die ihre Ausbildung als Verkürzer oder Wiederholer abgeschlossen haben, war in den beiden Bezirken so groß, dass die Innungen beschlossen hatten, die Freisprechung in würdigem Rahmen zu organisieren. „Falls wir im kommenden Jahr wieder so viele Junggesellen außerhalb des regulären Ausbildungsturnus‘ haben, wollen wir das gern wiederholen“, sagte Ziereis, der sich mit dem Gelingen der Veranstaltung sehr zufrieden zeigte.

Eine Einschätzung, die der Obermeister des Innungsbezirks Traunstein, Josef Pflügl aus Reichertsheim, teilt: „Wir wollten demonstrieren, dass die Innungen regional und überregional sehr gut zusammenarbeiten. Das ist uns gelungen.“  Deshalb seien auch die beiden neuen Landräte der Landkreise Rosenheim und Traunstein als Sachaufwandsträger der Berufsschulen zur Feier eingeladen worden. „Ich glaube, wir konnten zeigen, dass Wolfgang Berthaler und Siegi Walch gut miteinander können. Wir hoffen, dass das Impulse für andere Bereiche geben kann – beispielsweise für die Fusion der Tourismusverbände Chiemsee-Alpenland und Chiemgau“, sagte Pflügl.

Die Berufsbezeichnung Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist relativ neu: Die Ausbildung gibt‘s in Deutschland erst seit 2003. Der Beruf umfasst das Berufsbild des Gas- und Wasserinstallateurs sowie das des Heizungs- und Lüftungsbauers; dazu kommen Komponenten der Solar- und der Elektrotechnik – ein Beruf mit Zukunft, wie Ziereis betonte. Umso wichtiger sei es, dass die Junggesellen bei der Stange bleiben und Aufstiegschancen nutzen. „50 Prozent der bestehenden Betriebe werden innerhalb der Familien nicht mehr übergeben. Das heißt für Euch: 50 Prozent der Betriebe brauchen einen neuen Chef.“

Landrat Berthaler betonte, dass den Junggesellen jetzt viele Wege offen stehen – der Arbeitsmarkt biete dem Fleißigen Riesenchancen. Berthaler erinnerte daran, dass der Landkreis Rosenheim in den vergangenen Jahren viel Geld in die Berufsschulen gesteckt hat. „Dieses Geld ist gut angelegt.“ Doch mit den Investitionen beispielsweise in den Schulstandort Bad Aibling sei es noch nicht getan: „Uns liegt ein Antrag zur Erweiterung der Wasserburger Berufsschule vor. Wir sind jetzt in der Bedarfsermittlung, zehn bis 15 Millionen Euro werden notwendig sein. Doch eins schon mal vorab: Wir werden diese Schule gut ausstatten, damit wir auch für die Zukunft die qualitativ hochwertige Ausbildung unserer Nachwuchsfachkräfte sicherstellen können.“

„Ihr könnt stolz auf Euch sein“, sagte Landrat Walch zu den jungen Anlagenmechanikern, und: „Wir sind stolz auf Euch, auch für die gesamte Region, weil Ihr dafür sorgt, dass das Handwerk weiterlebt.“ Man höre so viel über Umweltschutz und Energieeinsparungen, aber wenn’s um die konkrete Umsetzung gehe, „dann brauchen wir das Handwerk, dann brauchen wir Euch.“ Walch verwies auf die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Handwerksfirmen mit der politischen Ebene im Landkreis Traunstein: „Die Betriebe sind für uns ein wichtiger Partner. Das soll auch in Zukunft funktionieren. Dazu braucht es viele junge, gut ausgebildete Leute.“  Text:  fal