FACHEXKURSION NACH DUBAI 2010

08.04.10
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Ende März haben Mitglieder der SHK-Innung Rosenheim eine große Reise angetreten: Gemeinsam ging es zu einer Fachexkursion in die Metropole Dubai! Hier geht's zur Bildergalerie

 

KLIMATECHNIK VOM FEINSTEN

Von Rosi Gantner

Von Heizung keine Spur – kühlen war stattdessen angesagt bei der Fachexkursion der SHK-Innung Rosenheim (Spengler, Sanitär, Heizungstechnik) nach Dubai. Ein Höhepunkt: der Blick hinter die Kulissen der weltgrößten Skihalle – bei Außentemperaturen von bis zu 50 Grad im Hochsommer.

Über 480 Meter Skipiste mit fünf verschiedenen „Abfahrtsvarianten“, ein Schneepark mit Schlittenbahn, Eisbar und einem extra Anfänger-Lift – die Skihalle in der Mall of the Emirates versetzte die Delegation aus dem Voralpenland in Staunen.Noch mehr beeindruckten die Unternehmer aus dem Raum Rosenheim und Ebersberg die technischen Hintergründe: konstant -4 Grad Celsius herrschen in der über 32 000 Quadratmeter großen Halle, jede Nacht wird aus einem 60 000 Liter-Tank frischer Kunstschnee produziert: im Schnitt zehn Tonnen, maximal 40 Tonnen. Gekühlt wird das Schnee-Paradies nach dem Eishallen-Prinzip: über Amoniak-Leitungen im Boden mit einer Temperatur von -25 Grad.Mit Kontrasten weiß Dubai zu leben: Eine riesige technische Maschinerie ist hinter den Kulissen erforderlich, um Skispaß und ebenso das wohl temperierte Einkaufsvergnügen in der angeschlossenen Mall of the Emirates – 620 000 Quadratmeter Fläche mit 466 Geschäften – zu ermöglichen. Denn: „Im schlechtesten Fall haben wir mit Außentemperaturen von über 50 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent zu kämpfen“, so Adam Mahamat Ali, leitender Ingenieur der Anlage mit 82 Mitarbeitern.Und die technische Seite sorgte bei der Rosenheimer Fachdelegation für leuchtende Augen: 13 riesige Kühlaggregate, – Anschaffungspreis pro Stück 1,5 Millionen Euro – sind das Herz der Anlage mit einer Leistung von 800 bis 1000 KW pro Gerät. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus kommt mit 10 KW aus.Die sich über drei Ebenen erstreckende Kühlanlage vervollständigen unter anderem große Kessel zur Wiederverwendung des Kondensats, Filteranlagen (gegen Sand, Bakterien) und Kühltürme auf dem Dach – wobei die Abwärme buchstäblich in die Wüste gepustet wird. „Wärme haben wir genug, die benötigen wir nicht“, erklärte hierzu Ingenieur Ali auf Nachfrage von Innungsobermeister Ludwig Ziereis.Ebenfalls ein eigener Bereich: die Trinkwasseranlage für die gesamte Mall und das angeschlossene Kempinski-Hotel. Denn: Der Wüstenstaat bezieht sein Trinkwasser aus großen Meerwasserentsalzungsanlagen, das kostbare Gut gelangt dann via Erdleitung zum Abnehmer – aufgrund der Hitze bis zu 35 Grad warm, weshalb erst mal gekühlt werden muss. „Auf 20 Grad, damit unsere Hotelgäste auch kalt duschen können“, führte Mohamed Zeid, technischer Direktor des Kempinski, aus.Doch nicht nur Kühlanlagen sind in den Katakomben von Hotel und Mall zu finden: auch zwei große Dampfheizkessel, betrieben mit Erdgas und einer Dampfleistung von 2,5 Tonnen pro Stunde. Sie dienen zum einen für die Wäscherei des Hotels, zum anderen für die Warmwassererzeugung – schließlich muss das auf 20 Grad gekühlte Wasser auch wieder erhitzt werden können. Doch Superlative bargen nicht nur Mall und Skihalle in sich, auch die weiteren Programmpunkte im Rahmen der Fachexkursion unter Leitung von Salah Elenany, Vizepräsident der Bayerisch Arabischen Gesellschaft mit Sitz in München, sorgten bei der Rosenheimer Delegation für Begeisterung: ein Besuch auf dem offiziell noch gesperrten Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt mit 828 Metern und 163 Stockwerken; ein Blick hinter die Kulissen des Luxushotels Burj al Arab (einziges Sieben-Sterne-Hotel weltweit) mit seinen 202 Suiten, die größte mit 780 Quadratmetern; der künstlich aufgeschütteten und bereits bebauten Insel „Palm Jumeirah“ in Form einer Palme. Aber auch Stadtführung, Wüstensafari und Dhauschifffahrt fehlten nicht.Innungsobermeister Ludwig Ziereis wie auch Vorstandsmitglied und Organisationsleiter Josef Gantner zeigten sich hoch beeindruckt von dem „Land der Superlative“, dem Wüstenemirat mit rund 4,5 Millionen Einwohnern (80 Prozent Gastarbeiter aller Nationen), und der nach wie vor herrschenden Aufbruchstimmung samt reger Bautätigkeit: „Von Krise ist hier keine Spur“, sind sie nach dem Besuch vor Ort überzeugt.

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